„Was Sie sehen, ist ziemlich doof“ – Zehntausende Besucher erleben ein ziemlich lustiges Wochenende in Radebeul

Zehntausende Besucher waren wieder beim 25. Herbst- und Weinfest in Radebeul-Altkötzschenbroda zwischen Dorfanger und Streuobstwiesen unterwegs. Zeitgleich fand auch das XXI. Internationale Wandertheaterfestival statt.

„Was Sie sehen, ist ziemlich doof, “, sagte der US-Komödiant Jeff Hess in gebrochenem Deutsch, „aber es geht more doofer!“. Und damit gab er unter dem Gelächter der vielen anwesenden Zuschauer in seinem halbstündigen Programm „Durchgeknalltes für Fortgeschrittene“ gleich einmal die Richtung vor, die eigentlich für das gesamte Wochenende gültig war.

Weinfest Radebeul

Thomas Putensen sorgte auf dem Kirchplatz für Stimmung bei Groß und Klein

20 Ensembles und Solokünstler und insgesamt 500 Mitwirkende wirkten an dem dreitägigen Festprogramm mit. Auf 12 Spielstätten wurden 58 Aufführungen gezeigt. Getreu dem diesjährigen Motto „Narren, Gaukler, Komödianten“ erlebten die Zuschauer witzige, skurrile, überraschende, vor allem aber äußerst unterhaltsame Programme für jeden Geschmack. Hinzu kamen 25 Bands aus aller Welt, die musikalisch für entsprechende Stimmung sorgten.

Gut beraten war, wer sich vorab über das Programm informierte und sich seine persönlichen Programm-Höhepunkte zusammenstellte. Denn Alles und Jeden zu erleben, ist beinahe unmöglich. Mehrere Bühnen wurden gleichzeitig bespielt, Straßenmusiker flanierten über den Anger, Attraktionen aus der Kirmes-Frühzeit sorgten für spontanes Mitmachen. Geboten wurde Comedy, Kabarett, Clownerie, Improvisationstheater – eben das ganze Spektrum an Narretei und Gaukelei.

Weinfest Radebeul

Die Microband aus Italien spielte „Classica for Dummies“

So präsentierte u.a. der Schweizer Georg Traber sein muskelkraftbetriebenes Theaterkarussell, auf dem die Gäste Platz nehmen und das Festtreiben aus einer ganz besonderen Sichtweise verfolgen konnten.

Unheimliches verkündeten die Macher von „De stijle Want“ (Niederlande) mit ihrem Lunapark: „Die Überlebenswahrscheinlichkeit beträgt 49, äh 94%!“. Mit 2:23 Minuten Spieldauer hatten sie nicht nur die kürzeste Aufführung, sondern den teilnehmenden Besuchern auch ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert – angeblich nur, weil sie dieses Mordsgaudi überlebt hatten…

Weinfest Radebeul

Die nette Frau vom Lobbüro

Wer wollte, konnte sich schräg gegenüber vom Lunapark belobigen lassen. Im Lobbüro gab es ein ständiges Kommen und Gehen.

Richard von Gigantikow errichtete auf den nahegelegen Elbwiesen aus Holzpaletten einen 1200 m² großen Skulpturengarten, das „LABYmania“. Hier fand auch das Finale Grande statt. Traditionell geht das „LABYmania“ zum Abschluß des Festivals in Flammen auf.

Weinfest Radebeul

Auch die „Landesbühnen Sachsen“ mischten sich unters belustigte Volk und zeigten an mehreren Spielorten Ausschnitte ihres Repertoires.

An die jüngsten Besucher wurde ebenfalls gedacht, für sie gab es auf den Streuobstwiesen in Elbnähe eine Kinderkirmes mit kindgerechter Unterhaltung.

Weinfest RadebeulWer die heitere Kunst zu ernst nahm und sich absolut nicht amüsieren wollte oder konnte (was schwer vorstellbar ist angesichts der exzellenten Künstler), war beim Bummel über den Dorfanger vielleicht besser aufgehoben. 30 Winzer und Weinbaugemeinschaften aus den Anbaugebieten Sachsen und Saale-Unstrut boten in zwei Weindörfern frischen Federweißen und erlesene Weine aus ihren jeweiligen Regionen. Über 30 Höfe und Gaststätten entlang des Dorfangers waren für die Festbesucher geöffnet.

Man darf schon jetzt gespannt sein, was die Organisatoren für 2017 geplant haben. Aber eines dürfte schon jetzt sicher sein: More doofer geht immer!

Lebende Legenden hautnah bei den 25. Karl-May-Festtagen in Radebeul

Titel Karl-May-Festtage 2016 kleinJedes Jahr am Wochenende nach Christi Himmelfahrt erwacht das kleine Westernstädtchen „Little Tombstone“ zu neuem Leben: im Saloon wird musiziert und getanzt, der Barbier freut sich über Kundschaft, Damen und Herren in edlen Kostümen flanieren durch das Städtchen, die Locci-Gang macht die Stadt unsicher und der Sheriff sorgt für Recht und Ordnung. Aber „Little Tombstone“ liegt nicht irgendwo auf dem amerikanischen Kontinent, sondern im romantischen Lößnitzgrund im sächsischen Radebeul.Karl-May-Festtage

Hier finden zu Ehren des berühmtesten Einwohners Radebeuls die jährlichen Karl-May-Festtage statt. Die Idee entstand 1992 nach einem Sternenritt der Karl-May-Bühnen zu Ehren Karl Mays 150. Geburtstag. 2016 fand das Fest zum 25. Mal statt und lockte wieder mehr als 30.000 Besucher auf die lange Festmeile mit 15 Veranstaltungszentren entlang der Lößnitz. „Geschichten, Märchen & Legenden“ – so das Motto in diesem Jahr.
Die Schirmherrschaft übernahm eine lebende Legende: Gojko Mitic, DEFA-Chefindianer und jahrelanger Winnetou-Darsteller bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg. In „Little Tombstone“ nahm er sich am Sonnabend Zeit für eine Autogrammstunde und sorgte dafür, daß der Andrang seiner Fans so groß und der vorgesehene Platz zu klein war, um alle Autogramm-und Fotowünsche zu erfüllen.

Immer wieder gern in Radebeul gesehen sind Vertreter der Oneida Indian Nation. Abgesandte der unterschiedlichsten indianischen Stämme gaben am „Hohen Stein“ Einblicke in ihre Kultur, sangen indianische Lieder und zeigten traditionelle Tänze. Auf vielfachem Wunsch wurde auch ein Kriegstanz gezeigt, obwohl die amerikanischen Indianer schon lange keine Kriege mehr führen.Karl-May-Festtage

Der Hingucker am „Hohen Stein“ war jedoch ein monumentales Felsgemälde des Künstlers Ed Bryant vom Stamm der Tsimshian Indianer. Der 18 Meter hohe „Baum des Lebens“ zeigt die drei Totemtiere Adler, Bär und Wolf, verbunden durch den Kreis des Lebens.
Das Gemälde wird noch einige Zeit zu sehen sein, ehe Wind und Wetter das Kunstwerk allmählich wegwischen.Karl-May-Festtage

Publikumsmagneten sind in jedem Jahr die Vorführungen der Landesbühnen Sachsen, die auch diesmal wieder Ausschnitte aus „Winnetou 1“ zeigten, sowie die legendären Bahnüberfälle auf den Santa-Fe-Express. Schon lange vor Beginn der angekündigten Überfälle postierten sich Jung und Alt entlang des Bahndammes an der Grundmühle, um von hier den besten Blick auf die wilde Schießerei zu erhaschen.Karl-May-Festtage Karl-May-Festtage Karl-May-Festtage Karl-May-FesttageKarl-May-Festtage Karl-May-Festtage Karl-May-Festtage

Trotz „Little Tombstone“, den Westerncamps, Fort Henry und Fort Virginia – die Karl-May-Festage sind kein reines Cowboy-und-Indianer-Spektakel. Schuld daran hat der Namensgeber des Festes. Karl May war nicht nur Old Shatterhand, der im „Wilden Westen“ seine Abenteuer erlebte, sondern auch Kara Ben Nemsi, der von seinen Erlebnissen im Orient erzählte. Auch der Balkan spielte in den Erzählungen und Geschichten Karl Mays eine große Rolle. So verwundert es auch nicht, daß während der Karl-May-Festtage Gäste aus dem Orient und vom Balkan mit Tänzen, Musik und Schattentheater Einblicke in ihre Kultur gaben.

Karl-May-FesttageLängst hat sich das Fest zu einem Austausch unterschiedlicher Kulturen entwickelt. Ausgelassen und fröhlich sangen und tanzten die Besucher des Festes mit den Künstlern am „Hohen Stein“ oder auf Karl Mays Geschichtenbasar.
Wie international das Publikum ist, konnte man den unterschiedlichen Sprachen entnehmen, die man im Vorbeigehen so hörte…Karl-May-Festtage

Zu einem guten Fest gehört auch gute Musik. Den Auftakt machten am Freitagabend „The Firebirds“ bei der „13. Freiberger Rock ’n‘ Roll & Country Nacht“. Der kanadisch-indianische Musiker George Leach trat mit seiner Partnerin Rose Johnnie-Mills am Samstag und Sonntag mehrmals am „Hohen Stein“ auf. Auf der großen Bühne in „Little Tombstone“ gab es Country-Musik von „Slow Horses“ aus Niedersachsen zu hören. Den Abschluß des Festes machte eine weitere Legende: Tom Astor, der schon mit Johnny Cash und Kris Kristofferson auf der Bühne stand, brachte seine Hits zu Gehör – allerdings mit einstündiger Verspätung, da der Künstler bei der Anreise im Stau stecken blieb.

Auch dem großem Manitu scheinen die jährlichen Karl-May-Festtage zu gefallen. Er leistete mit wunderschönem Frühlingswetter und besten äußeren Bedingungen auch diesmal wieder seinen Beitrag zu einem Fest der Völkerverständigung – ganz im Sinne von Karl May und seinem Wunsch nach Frieden und einer von Freundschaft und Nächstenliebe geprägten Welt.Karl-May-Festtage Karl-May-Festtage

Copyright für alle Fotos: Thori, 2016
außer Titelbild: (C) Amt für Kultur und Tourismus Radebeul

Der „Wilde Westen“ fängt in Radebeul an

Karl-May-Festtage_2015Finstere Gestalten, stolze Indianer, tapfere Männer und schöne Frauen – das sind die Zutaten bei den Karl-May-Festtagen in Radebeul, die in jedem Jahr am Wochenende nach Himmelfahrt stattfinden und zahlreiche Gäste aus Nah und Fern anlocken. Nach Veranstalterangaben besuchten mehr als 30.000 Besucher das weitläufige Festgelände im Radebeuler Lößnitzgrund..

Das Motto der diesjährigen Festtage könnte angesichts der vielen Krisenherde auf unserem Planeten nicht treffender sein: „Und Friede auf Erden“. Karl May beschrieb in diesem Spätwerk seines künstlerischen Schaffens den Wunsch nach Frieden und einer von Freundschaft und Nächstenliebe geprägten Welt.

Friedlich feierten auch die Besucher und erlebten in verschiedenen Westerncamps und Forts Geschichte und Traditionen zum Anfassen.

Karl-May-Fest 2015 - 10

Am Hohen Stein war für die kleinsten Besucher ein Indianerspielplatz zum Toben aufgebaut. Auf der Bühne präsentierten Vertreter der Oneida Indian Nation Tänze und Spiele ihres Stammes. Musikalisch begleitet wurden die Darbietungen von der kanadischen Band „Digging Roots“, die mit ihrem Mix aus Folk, Rock, Pop und traditioneller Musik ihrer Stämme für ungewöhnliche Klänge sorgte.

Karl-May-Festtage 2015

Karl-May-Festtage 2015

Vertreter der Oneida Indian Nation

Karl-May-Festtage 2015

Digging Roots (CAN) musizierten am Hohen Stein

Karl-May-Fest 2015 - 09

Beliebtester Treffpunkt für Jung und Alt war die Westernstadt Little Tombstone. Auf der großen Bühne und im Saloon gab es Country Music live zu erleben, u.a. von Cajun Roosters (INT), der Rick Harris Band (USA) oder dem Corn Potato String Duo (USA).

Karl-May-Festtage 2015

Rick Harris Band (USA)

Die Landesbühnen Sachsen zeigten in einer kleinen Show, was im Sommer auf der Freilichtbühne Rathen zu erleben ist. Das Greenhorn Old Shatterhand (Jürgen Haase) legte unter den listigen Augen von Sam Hawkens (Grian Duesberg) seine Tauglichkeitsprüfung für den Wilden Westen ab.

Karl-May-Festtage 2015Karl-May-Festtage 2015Karl-May-Festtage 2015

Frauen und Männer in historischen Kostümen flanierten durch die Westernstadt und die anschließenden Festbereiche. Im „Fort Henry“ wurde ein Überfall auf die Bank dargestellt. Das „Fort Virginia“ zeigte das Lagerleben in einem Südstaatencamp.

Karl-May-Fest 2015 - 08Traditionelle Höhepunkte sind die Überfälle auf den Santa-Fe-Express. Schon lange vor Beginn der angekündigten Show versammelten sich viele Besucher entlang des Bahndammes im Lößnitzgrund, um den besten Blick auf das Geschehen zu ergattern.

Mehr als 500 Mitwirkende, darunter Schützen- und Kulturvereine sowie über 100 Händler entlang der Festmeile trugen zum Gelingen des Festes bei. Sogar der große Manitu war den Veranstaltern wohlgesonnen und sorgte für sonniges Wetter.

(C) für alle Fotos: Thori, 2015
außer Titelbild: (C) Amt für Kultur und Tourismus Radebeul

Drei Tage Wildwest-Romantik in Radebeul

Titel Karl-May-FesttageFreunde von Wildwest- und Indianer-Romantik kamen bei den mittlerweile 23. Karl-May-Festtagen in Radebeul voll auf ihre Kosten. Auf der Festmeile im Lössnitzgrund tauchten an den drei Veranstaltungstagen mehr als 30.000 Besucher in das Amerika des 19. Jahrhunderts ein und genossen ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm in den verschiedene Festbereichen.

Indianer der Oneida Indian Nation (USA), des Sault St. Marie Tribe of Chippewa Indians (USA) und der Dene (Kanada) gaben am Hohen Stein mit traditionellen Tänzen und Gesängen Einblicke in ihre Kultur und luden die Zuschauer zum Mitmachen ein.

IMG_2407

Indianer der Oneida Indian Nation (USA)

Im Areal „Pachamama“ gegenüber vom Hohen Stein stellten indianische Gäste aus Chile, Bolivien, Ecuador und Peru die Besonderheiten der südamerikanischen Ureinwohner vor.

Das „Fort Henry“ spiegelte das typische Leben in einer Goldgräberstadt nach. Selbstverständlich wurden hier auch Hollywood-Klischees vom „typischen“ Wilden Westen gepflegt, obwohl dieser in der Realität gar nicht so wild war wie er immer wieder beschrieben wird. Trotzdem hatten die Besucher der kleinen Show mit einem inszenierten Banküberfall und anschließender Schießerei zwischen den Sheriff und den Ganoven ihren Spaß.

IMG_2437

Mit dem Sheriff ist nicht zu spaßen!

Für Action und Gaudi sorgten in der Westernstadt Little Tombstone die Cowboys Big Eddy und Locci, die sich ständig wild prügelten und den Sheriff zum Duell herausforderten. Zur Strafe für den Ärger wurden die Kleinganoven anschließend vom Friedensrichter in den Knast gesteckt.

IMG_2415

Big Eddy und Locci machen Ärger

Auf der großen Bühne gaben sich nationale und internationale Countrysänger wie Gudrun Lange & Kactus (D) oder Kayleigh Leith & Band (USA) die Ehre. Auch im Saloon gab es typische Westernmusik zu erleben. Die Landesbühnen Sachsen präsentieren in einer kleinen Show ihren neuen Winnetou, der im Sommer auf der Felsenbühne Rathen zu erleben ist.

IMG_2375

Kayleigh Leith & Band (USA)

Für die Jüngsten gab es am Hohen Stein einen Indianerspielplatz. Wer wollte, konnte in der Golden Nugget Ranch nach Gold suchen oder auf einem Esel die Umgebung erforschen. Bogenschießen, Kinderschminken und weitere kindgerechte Angebote ließen die Herzen der kleinen Cowboys und Indianermädchen höher schlagen.

Viele Besucher ließen es sich nicht nehmen und wurden am Bahndamm an der Grundmühle Zeuge, wie ein paar todesmutige Outlaws den Santa-Fè-Express überfielen. Nach einer wilden Schießerei konnte der Angriff schließlich von Soldaten abgewehrt und die Schurken ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.

Mehr als 500 Mitwirkende, davon viele aus Western-, Reit- oder Schützenvereinen, Kulturgruppen sowie die Händler auf der langen Festmeile trugen zum Gelingen dieser Festtage bei. In ihren historischen Kostümen mischten sich viele Darsteller unters Volk und waren begehrte Fotomotive bei den Besuchern.
Glücklicherweise war auch der große Manitu den Veranstaltern wohlgesonnen und bescherte ihnen ein trockenes und vorallem sonniges Wetter.

Die Radebeuler Karl-May-Festtage finden jährlich am Wochenende nach Himmelfahrt statt.

(C) für alle Fotos: Thori, 2014
außer Titelbild: (C) Amt für Kultur und Tourismus Radebeul