Die Altstadt von Küstrin

Eine Studienfahrt des Forster Museumsvereins führte am 28. September 2019 in die Altstadt von Küstrin, heute auf der östlichen Seite der Oder gelegen.

Ab 1537 vom Markgraf Johann von Küstrin erbaut, hat die alte Festungsstadt eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der preußische Thronfolger Prinz Friedrich, später als Friedrich der Große in die Geschichte eingegangen, wurde 1730 nach einem vergeblichen Fluchtversuch von seinem Vater Friedrich Wilhelm I. auch als Soldatenkönig bekannt, auf der Festung Küstrin gefangen gehalten. Friedrichs engster Vertrauter, Freund und Mitwisser, der Leutnant der königlichen Garde Hans Hermann von Katte, wurde am 6. November 1730 hier hingerichtet.

Die Festung wurde auch als „Nest der Hohenzollern“ bezeichnet. Schloss, Rathaus, Marktplatz und die gewaltige Pfarrkirche prägten das Stadtbild. Sogar eine elektrische Straßenbahn fuhr durch Küstrin.

Im Frühjahr 1945 wurde Küstrin zur Frontstadt. Auf dem Weg nach Berlin ließ sich die Rote Armee auch an der Oder nicht von der Wehrmacht aufhalten. Heftige Kämpfe um die Festung ließen kein Stein auf dem anderen: die Altstadt von Küstrin wurde zu 100% zerstört. Die Reste der Stadt wurden nach Kriegsende abgetragen und ins Landesinnere zum Neuaufbau größerer polnischer Städte transportiert. Das Küstriner Altstadtensemble wurde nie wieder aufgebaut.

Ruinen sind alles, was heute noch von der einst blühenden Stadt übrig geblieben ist. Die Natur holte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte Stück für Stück das Land zurück. Das „Küstriner Pompeji“ nennt man heute diesen Ort. Straßenschilder verweisen auf die ehemalige Straßenführung innerhalb der Stadt.
Von der Festung aus dem 16. Jahrhundert sind nur noch Teile vorhanden. In den Kasematten der Bastion Phillipp an der Südspitze der Festung befindet sich seit Mai 2014 eine Dauerausstellung zur Geschichte des Ortes und der Festung.

Auch wenn nicht mehr viel übrig geblieben ist von der Küstriner Altstadt, lohnt sich doch ein Besuch des gesamten Areals.